U15 auf dem International Yoshitei Tournament in Frankreich
Der Baseballsommer war bisher ereignisreich und hart. Nach der tollen Silbermedaille mit der U18 in Trieste und der damit verbundenen WM Quali für das kommende Jahr ging es für den Coaching Staff (Georg Bull, Kevin van Meensel und Heiko Schumacher) unmittelbar weiter in Richtung Frankreich. Etwa eine Stunde südlich von Paris treffen sich über die ganze Woche Europas Topnationen im U15 Bereich zu einem Internationalen Einladungsturnier. Neben Frankreich, Tschechien und den Niederlanden ist auch eine japanische Auswahl am Start. Für uns die perfekte Vorbereitung für die anstehende WM in Mexiko im September dieses Jahres. Neun Stunden Fahrt von Trieste nach Mannheim, die U18 Spieler abladen, eine Nacht ausruhen und am nächsten Tag mit der U15 Truppe weitere 7 Stunden Richtung Paris. Roadtrip extreme. Doch bisher muss man sagen hat sich der Trip gelohnt. Im ersten Spiel gegen die Franzosen war alles noch ein wenig eingeschlafen, die langen Einheiten und Talks aus Cabarete, wo wir die Jungs zwei Wochen bearbeitet haben, schienen nicht wirklich in der Gesamtheit hängen geblieben zu sein. Doch trotz eines wirklich haarsträubend entstandenen 0:7 Rückstand gegen eher durchschnittliche Franzosen, haben wir es dann doch noch irgendwie geschafft das Ruder rum zu reißen und gingen tatsächlich noch als Sieger vom Platz. Mit 9:7 haben wir uns letztendlich glücklich durchgesetzt, aber nicht etwa durch unsere tolle Comeback Leistung. Das Comeback war eher dem Einbruch des französischen Spiels zu verdanken. Dennoch konnten alle erstmal durchatmen nach diesem Auftakt.
Gegen die wie immer gefährlichen Tschechen am Folgetag wollten wir wieder mit vollem Fokus und unseren Stärken auftrumpfen. Aber auch hier schlich sich Anfangs der Schlendrian ein und wir lagen schnell mit 0:4 im Rückstand. Die gute Nachricht allerdings ist, dass es die letzten Jahre nie wirklich ein Aufgeben gegeben hat und unsere Jungs trotz bescheidener Leistung nicht in Panik verfallen und sich vollends hängen lassen. So schafften wir Pitch für Pitch und Inning für Inning unsere Leistung, die Intensität und den Fokus wieder dort hin zu bewegen, wo wir ihn bei diesem Team auch erwarten. Anders als wir es gewohnt sind zeigten jetzt die Tschechen Nerven und streuten den ein oder anderen Fehler mit ein, der uns wieder zurück ins Spiel brachte. Aber anders als gegen die Franzosen haben wir uns es diesmal auch ein Stück weit selbst geholt und erarbeitet. Mit 9:4 konnten wir am Ende als Sieger den Platz verlassen. Für die Tschechen bedeutete das gleichzeitig den letzten Platz im Turnier, kein Halbfinaleinzug und vier bereits gebuchte Tage im Hotel auf den Rückflug am Montag warten. Dementsprechend waren die Coaches auch nach Spielende bedient. Schon krass zu sehen, dass wir selbst mit einer durchschnittlichen Leistung den Dauerrivalen die letzten Jahre öfter besiegen können.
Abends stehen also viele Mental Talks an. Wir müssen die Jungs immer wieder an die wichtigen Dinge erinnern, die Dinge die wir Tag ein Tag aus auf allen Events, Camps und Maßnahmen predigen. Aber das ist unser Job, das macht es so besonders. Diesen Mindset und die Philosophie des Spiels zu implementieren, ein Prozess der Jahre dauert wie wir immer wieder feststellen müssen.
Am selben Tag ging es später gegen Japan. Hierbei handelt es sich nicht um die volle Japanische U15 Nationalmannschaft, sondern die Teile der Mannschaft, die schon aus den Playoffs ihrer Highschool Meisterschaft ausgeschieden sind. Die richtig großen Brocken bzw. der Rest der großen Brocken wird dann in Merida Mexiko im September erscheinen. Trotzdem eine überaus toughe Truppe, denen wir uns am Ende mit 0:10 geschlagen geben mussten. Irgendwie fanden wir wenig Mittel offensiv eine Rally zu starten und auch kleinste Unachtsamkeiten bestraften die Japaner sofort. Im ersten Inning erzielten wir beispielsweise zwei schnelle Outs um dann durch kleine Unkonzentriertheiten doch noch 5 Runs zu kassieren. Das darf auf dem Weltniveau natürlich so nicht passieren, wenn man auch nur den Hauch einer Chance haben möchte. Aber wir sahen auch gute Sachen, der Groove spielte sich langsam ein und wir steigern uns von Mal zu Mal.
Vor dem Spiel gegen die Niederlande stand allerdings schon fest, dass wir gegen eben diese holländische Mannschaft auch das Halbfinale am Samstag bestreiten würden. Deshalb war auf beiden Seiten eher ausprobieren und Rotation angesagt. Am Ende siegten wir mit 5:3. Ein Länderspiel gegen Holland zu gewinnen ist immer schön, auch wenn die Leistung noch ausbaufähig war. Der richtige Showdown sollte dann am Samstag folgen.
Im Halbfinale gegen nun anders aufgestellte Niederländer entwickelte sich ein intensives Spiel von beiden Seiten. Schnell gingen wir mit 6:1 in Führung, warfen im Anschluss aber zu viele Balls und sahen uns schnell beim Spielstand von 6:6 wieder. Die Energie der Jungs war top, auch wenn es mal nicht so lief, war jeder für den anderen da. Gegen starke Holländer brachten wir letztlich ein 11:7 nach Hause. Man muss deutlich sagen, dass wir einfach besser waren, nie aufgaben und nie unseren Cool verloren, eine Eigenschaft, die wir uns wie schon erwähnt über die Jahre erarbeitet haben.
Morgen geht es also im Finale gegen die Japaner. Anders als im ersten Spiel, wollen wir dieses Mal zeigen, was wir drauf haben, fighten bis zum Schluss und vielleicht sogar die Sensation schaffen. Der Leistungstrend zeigt jedenfalls steil nach oben und die Jungs haben Ihre alte Stärke aus der DomRep wieder gefunden.
Im Anschluss an das Turnier geht es für einige schon eine Woche später weiter Richtung USA zur PONY World Series, danach drei Wochen Sommercamps in Strausberg und zum Abschluss und Höhepunkt zur U15 WM nach Merida in Mexiko.
Hier der Link zum Turnier mit allen Ergebnissen und Statistiken

