Cabarete 2026 – Die deutsche U 15 Nationalmannschaft war suave
14 Tage Baseball Maximal in Sosua – Cabarete
Meine größte Sorge während unserer Spring – Training Camps seit über 20 Jahren in der Dominikanischen Republik gilt immer dem Wetter, denn die unzähligen Baseballplätze haben bei aller Diversität alle eins gemeinsam: Sie verfügen über keine Drainage – Systeme, was bedeutet, dass bei starkem Regen alles teils auch über den jeweiligen Tag hinaus ausfallen muss.
Nun sind wir das erste Mal aus verschiedenen Gründen in den fruchtbaren, wunderschönen, dem Atlantik zugewandten Norden der Insel gereist, wo es i.d.R. ein wenig mehr regnet als im karibischen Süden (Boca Chica). Aber die „Baseball – Force„ war mit uns:
Während in Santo Domingo, Boca Chica oder auch auf dem Weg von Puerto Plata nach Santiago ganze Ortschaftsteile von Sturmfluten zumindest kurzfristig unbewohnbar gemacht wurden, zwei Brücken einstürzten, war gracias a dios – wie der Dominikaner sagt – bis auf die ersten 2 – 3 Tage in Cabarete alles Happy Sonnenschein. Baseball ist sowieso überall auf der Insel King, alle lieben es, alle wissen darüber Bescheid
An den ersten zwei, drei Tagen hatte es zwar – wie gesagt – morgens geregnet, aber dank der von RuizBull neu angeschafften Pumpe und 100 Meter neuer Rohre, um das Wasser auch wirklich vom Platz zu pumpen, aber vor allem dank der technischen Expertise von „Patico“ Ruiz, dem es mit Hilfe der RuizBull Staff und unserer vielen engagierten und motivierten Cacomaco – Freunde aus dem Cienega in kürzester Zeit gelang, den Baseballplatz neben der Akademie trocken zu legen, fiel keine Trainingseinheit oder Spiel aus, alles konnte wie erhofft und geplant statt finden.
Dass wir mittlerweile mit RuizBull als ideeller aber auch idealer Aussenstelle der DBA neben sozialer Verankerung vor Ort auch über eine was Infrastruktur und das reichhaltige Equipment bestens ausgestattete Akademie verfügen, ist natürlich ein unglaublicher Vorteil gegenüber Boca Chica oder anderen Destinationen. Man ist eben zu Hause, kann aus dem Vollen schöpfen, verfügt über jede Menge optimale Möglichkeiten, Gadgets, Schnickschnack und Tools, die die Jungs besser machen.
Die DBA hatte darüber hinaus wieder eine beeindruckende und professionelle Coaching Line Up aufgefahren:
Neben mir selbst (Georg Bull) und Heiko Schumacher waren diese drei alten Freunde und Baseball Koryphäen aus Boca Chica angereist (4,5 Stunden Fahrt)
- Emilio De Los Santos (Ex – Profi für die DSL New York Mets, dann Infield Coach bei den DSL Chicago Cubs, bei Daniel Ozuna, jetzt selbstständiger Baseball Entrepreneur, auch 6 Jahre Scout bei den Seattle Mariners)
- Napoleon Calzado (13 Jahre Profi darunter auch in der MLB, in Mexiko, Taiwan, Nicaragua, Clean Up Hitter bei den Tigres de Licey, jetzt u.a. Besitzer der Los Calzados, seinem eigenen Baseball Program)
- Nate Trosky (troskybaseball.com), der trotz unglaublich vieler Termine und Verpflichtungen es sich nicht hat nehmen lassen, die 4,5 Stunden aus Boca Chica nach Sosua zu fahren, um wie seit 20 Jahren bei der DBA und damit der Entwicklung des deutschen Baseballs mitzuwirken – wobei er dabei auch das ein oder andere gelernt und übernommen hat, wie ich natürlich in noch größerem Umfang von ihm)
Außerdem waren mit Peña dem Pitching Coach von RuizBull, der bei den Hiroshima Carp unter Vertrag war, sehr erfolgreich als Pitching – und Strength – and Conditioning Coach arbeitet und Guayo (auch bei RuizBull Haustrainer für Fielding und Hitting) weitere lokale Pros am Start.
Jeweils für den Vormittag haben wir mit Sabriel Polanco (check Instagram s.polanco27) aus Sosua ausserdem noch einen aktiven Pro – Baller engagiert, der die letzten beiden Saison in Nicaragua bei El Tren del Norte und dann auch für Nicaraguas Meister Leones bei der Serie de Caribe in Venezuela unter seinem Spitznamen „caballo de hierro“ (Eisenpferd) für Furore gesorgt hatte. Davor war er bis zu seiner schweren Verletzung bei den Tampa Bay Rays unter Vertrag und hat sich dann mit eisernem Willen auch als RuizBull Coach über Dominikanische Independent Teams, dann Venezuela, Kolumbien und dann eben Nicaragua wieder an doch gut gefüllte lateinamerikanische Profi – Fleischtöpfe zurück gespielt. Also jede Menge und internationales Know How und Expertise für unsere deutschen Jugendspieler.
Mein besonderer Dank und Respekt gilt aber Patico Ruiz, meinem Partner bei RuizBull, dem Mann der die Dohren Wild Farmers prägt, die Niedersachsen Auswahl trainiert und während der letzten 14 Tage – glaube ich – nie zur Ruhe gekommen ist: Er hat alles organisiert, den Baseballplatz neben an, auf dem wir neben der Akademie täglich trainiert und 7 Mal gespielt haben immer perfekt präpariert und on top noch gecoacht……und Wencke Bull
(ehemalige Softball Nationalspielerin, Spielertrainerin in der Bundesliga). Sie hat nicht nur an 7 Vormittagen das Yoga und Mobility Training gekonnt und abwechslungsreich geleitet, sondern hat auch jeden Tag die vielen Wehwehchen der jungen Prinzen behandelt, massiert, Querfriktionen verabreicht, erfahrungsreich die Theragun eingesetzt, Kinesio – Tape aufgetragen (hat ein Zertifikat dafür und anderes), alle möglichen Mittelchen und Medikamente gegen den ein oder anderen Durchfall, Bauchweh usw verabreicht, abends nochmal allen gute Nacht gesagt und nach dem Rechten geschaut und dazu on top noch alle Fotos und Videos für die zahlreichen Berichte auf unserer Homepage geschossen bzw gefilmt, war immer für alle da und bei den Spielen auch voll involviert.
Vielen Dank an euch alle, es war ein Super, toller und erfolgreicher Event und bevor ich es vergesse muss ich auch unsere beiden guten Umpires und den von uns engagierten DJ und Stadionsprecher erwähnen, die alle drei jeden Tag pünktlich und zuverlässig auf der Matte standen. Aramis Ciriaco – Manager der Independent Mannschaft Cañeros de Montellanos und Besitzer der AC Escuela de Baseball ist Umpire, Softball Pitcher und Fuhrunternehmer war dabei für uns sogar in Doppel – bzw Triplefunktion unterwegs: Er war unser Busfahrer und dann immer Umpire und wir haben zweimal gegen seine Mannschaft gespielt. Er hat bei den Trainingseinheiten nebenbei immer fleißig gefilmt und aufgeschrieben und angekündigt, dass er nächstes Jahr gegen uns gewinnt (schaunmermal)
In den dankeswerterweise von Heiko Schumacher regelmässigen verfassten Berichten und gescorten und dann veröffentlichten Spielstatistiken erschließt sich ja, was wer so wann gemacht hat, anderes wissen aber nur die Coaches und die Spieler selbst. (So wie sie in ein paar Jahren auch erst richtig einschätzen werden können, was für ein einmaliges, exclusives, hochkarätiges Baseball – Erlebnis ihnen in diesen 14 Tagen zuteil geworden ist)
Vor allem die Spiele gegen meinen ehrgeizigen Freund Alexander Javier (genannt Puchi) waren für unsere jungen Alemanes eine echte Herausforderung. Ich hatte ihm – aus dessen Akademie jedes Jahr ein paar Jungs „signen“ – erlaubt, auch zwei, drei 16-Jährige einzusetzen. Der Deutsche Schildwall war aber für die Dominikaner so „dificil“ (ich zitiere) zu bespielen, dass er eher nur 2-3 Spieler im richtigen Alter aufstellte, dafür aber jede Menge 16- und 17-jährige, die alle wie bei Puchi üblich morgens um 6 Uhr ins Gym gehen, dann den ganzen Tag – bis auf bei einigen auch ein paar Stunden Schulbesuch – am Platz für ihren Traum trainieren, ständig zu Showcases gekarrt werden, Spiele in Santo Domingo oder auch Santiago spielen. Dass wir gegen Puchi am Ende 3 von 5 jeweils richtig hitzige und emotionale Spielen gewinnen konnten – neben gutem Hitting, Pitching und Fielding auch dank fleissig eingeübter Inside Moves, Eckenmänner, top gelegter Bunts usw – hat uns im Norden jede Menge Respekt eingebracht.
Die anderen Teams wie Palo Amarillo (2 Spiele, 2 Siege), Wildo, der alle möglichen Spieler aus Cabarete zusammengesucht hatte (2 Spiele – 1 Sieg, 1 Niederlage), eine Auswahl aus Sosua (1 Spiel – 1 Sieg) sowie Montellanos (2 Spiele – 2 Siege), waren etwas schwächer, weil sie sich auch mehr an die Altersvorgabe gehalten haben, aber alle hatten Lust und Talent zu zocken, die Pitcher warfen in der Regel um die 85 mph und härter und alle unsere Siege waren hart und konzentriert erkämpft.
Wir waren uns alle einig, dass das Kaliber der Gegner vor allem und hauptsächlich aufgrund deren Ehrgeizes uns zu schlagen in Cabarete doch höher als in Boca Chica war. Das liegt wahrscheinlich auch daran, dass es in Boca Chica a) vorrangig reines Geschäft ist und dass sie dort b) mittlerweile öfter gegen Gringos spielen können und es daher wohl nichts mehr Besonderes ist.
Apropos hart und Kampf: Die jungen DBA Spieler haben 14 Tage lang non stop von uns angeleitet und motiviert alles gegeben, sind über sich hinaus gewachsen und stellten am Schluß eine verschworene Schildwalleinheit dar, in der jeder für jeden da war, alle an einem Strang zogen, richtig Bock auf Ballspielen und Trainieren hatten….war schön anzusehen
Besser jeden Tag – und genau so war es, von den letzten 3 Spielen haben wir zwei mit 10 Run Rule gegen Gegner gewonnen, die uns vorher doch sehr beschäftigt hatten, never tired – never satisfied, aggressiv, die richtige Technik zu den 5 physischen Tools aneignen und manifestieren und eben Philosophie, Mentalität – das ominöse 6th Tool was sowohl uns wie z.B. auch Nate Trosky bekannt und vor allem auch erfolgreich gemacht hat.
Die Jungs wissen mittlerweile im Schlaf, dass Grinder für Fokus, Dirtbag für Energie, Bulldog für Selbstbewusstsein, Rock für Bounceback und Rat für das unbedingte Finden einer Lösung steht sowie dass Zweifler, Zögerer und Zauderer keine Chance haben.
Die Jungs haben gelernt, dass sie ihre Gedanken und das Gelernte immer aufschreiben müssen, dass alles zusammenhängt, alles den gleichen Grundsätzen unterliegt und dass nur die Harten in den Garten kommen.
The Mind (zu deutsch Verstand/Einstellung/Willen) bzw das Innere Ich ist der Motor, die Gedanken sind der Treibstoff und der Körper ist der Motor
(Analogie des Formel 1 Autos zum DBA Schildwall Baseballspieler)


