6th Tool Schule Teil 5

Fokus und Konzentration

Immer weiter No 5

DCBA, das Decide-Clear-Breath-Attack ist in allen Lebenslagen und damit vor allem im Baseball ein Schlüssel zum Erfolg. Während D – also Decide bedeutet, dass man einfach die Entscheidung fällt, eine bestimmte Situation anzugehen und zu meistern, möchte ich jetzt auf das Clear eingehen. Clear also klar/frei/aufgeräumt ist ein Synonym für wie oben (Teil 4) definiert die Konzentration.

Störendes oder auch jede Art von Ablenkung ist der Feind der Konzentration

Es gibt zwei grundsätzliche Arten der Ablenkung

Die äußere Ablenkung

 Das (Nach-)Denken  über die Familienangehörige auf der Tribüne, (am Anfang als schwierigste Hürde für junge Hitter), Fans, ein schlechter Platz, unangenehmes Wetter, der Mound, Lärm,…all diese Beispiele  sind  Ablenkungen von außerhalb.

Die innere Ablenkung

(Nach-)Denken über den Spielstand, Angst vor dem Versagen oder vor dem Pitcher, das letzte At Bat, Gedanken über die richtige Schlaghaltung, das mögliche Resultat  sind Ablenkungen von innen. Innere Ablenkungen sind in der Regel die schwerwiegenderen und sind durch die Übungen der Inneren Ruhe, das Wechseln vom Denk- in den Fühlmodus (siehe an anderer Stelle) zu beherrschen. Du kannst alle Aspekte des DCBA beherrschen…ich wiederhole mich: Das Geheimnis ist, es gibt kein Geheimnis und wenn Du das mentale Spiel beherrschen willst, dann suche Dir in diesem Text die Werkzeuge zusammen, um genau dieses zu tun.

Beide Arten der Ablenkung führen dazu, dass man sich nicht konzentriert und damit die Chancen auf Erfolg gegen einen guten Pitcher enorm sinken. Konzentration auf eine Idee, auf eine unmittelbare Aufgabe, ein Ziel erfolgt  beim Hitting auf zwei  verschiedenen Ebenen, in denen man sich hintereinander auf unterschiedliche  Dinge konzentriert.

  1. a) Generelle Situation: wo sind die Infielder? Muß ich Läufer weiterbringen? Ziel bei genereller Situation: auf den outside Pitch warten,  nach rechts schlagen, die Läufer weiterbringen. Als Instrument dient das Visualisieren. Man stellt sich, bevor man in die Batters Box tritt, den Pitch, auf den man wartet, vor. Man sieht sich, wie man den Outside Pitch ins Rightfield schlägt. Man bringt sich in die Geisteshaltung, dass man seine durch gutes Training angeeignete „Muscle Memory „ arbeiten lässt. Die imaginäre Strikezone wird eingeschaltet, alle Systeme auf „go“ gestellt.
  2. b) Spezielles Ziel: sehe den Ball, schlage den Ball hart.

Man fängt also mit der übergeordneten. generellen Situation an, dann wird sie in kleinere Teilbereiche unter­teilt, bis man beim einzelnen Pitch ankommt. Jetzt gibt es nur noch einen Gedanken – Den Ball

Zum Thema Konzentration und damit Erfolg und nicht nur beim Hitting  gibt es folgende Parameter

“Ich muß” bedeutet:    Ich werde nicht. Angst zu versagen, Anspannung.

“Ich hoffe” bedeutet: Ich glaube nicht wirklich daran.

“Ich werde” bedeutet: Ich kann es

Wcr  in der Lage ist, seine Gedanken und Emotionen unter Kontrolle zu bringen, kontrolliert auch die Situation, weil er sich konzentrieren kann.

Jcder Pitch zu seiner Zeit (one pitch at a time, sei ein One Pitch Warrior) ist die einzige Art und Weise, um Baseball zu spielen.

Ganz wichtig: Sei immer  in der Gegenwart, denn die Vergangenheit ist tot und die Zukunft ist ein Mysterium. (Im Feld, als Pitcher, nicht nur am Schlag)

– Hoffentlich, mache ich das Play/erziele einen Hit/mache einen guten Pitch….sonst? Solche Gedanken bedeuten – Du bist in der Zukunft

– Den konnte ich noch nie schlagen/bitte nicht noch ein Error/wenn ich noch einen walke….Solche Gedanken bedeuten – Du bist in der Vergangenheit

Bring Deinen Scheiß/ich haue Raketen/Ich bin der Beste/Ich knall ihn weg…etc bedeutet: Du bist im Jetzt, präsent und nur so geht es

12) Mentale Disziplin

Mentale Disziplin heißt: Kontrolle der Gedanken, um Konzentration aufzubauen und zu halten. So ist zum Beispiel die unter 10) beschriebene Beherrschung der Strike Zone nur mit mentaler Disziplin zu erreichen.

Nochmal Dinge/Gedanken/innere Ablenkungen, die die mentale Disziplin stören und die Konzentration negativ beeinflussen:

1) Druck (von außen, von innen)

2) Ärger

3) Anspannung

4) Schmerzen

5) Formtiefs

ad 1) Man sagt sich nie: “Ich muß einen Hit haben oder wir müssen gewinnen”. Warum? Weil ich dann wie schon beschrieben, nicht Im Jetzt bin, sondern in der Zukunft. Übermotivation ist kontraproduktiv. Als Hitter ist es von größter Priorität, entspannt zu sein und  den Dingen ihren Lauf zu lassen und alle mentalen Instrumente des Hitting wirken zu lassen. Man kann an der Platte nichts erzwingen. Der Versuch, andere Leute zufrieden zu stellen oder zu beeindrucken , wird sich in das Gegenteil umkehren. Die gesamte Konzentration gehört nur dem Ball.

ad 2) Sich über einen Fehler zu ärgern macht den nächsten Fehler viel wahrscheinlicher, weil der Spieler zu sehr daran denkt, was er gerade gemacht hat und sich deshalb nicht darauf konzentriert. was in diesem Moment angebracht ist (Er ist  auf extrem negative Art und Weise abgelenkt).Warum? Du bist in der Vergangenheit und nicht Im Jetzt

ad 3) Die Angst zu versagen, wirkt sich negativ aus. Nervosität ist die positive Erwartungshaltung, man ist aufgeregt vor dem Spiel und will, daß es anfängt. Nervosität lässt sich im übertragenen Sinne reiten, wie ein Surfer seine Welle reitet. Wer die Welle nicht reitet, wird von ihr überrollt. Sei ein Rock, der Fels in der Brandung

ad 4) Die Angst vor Schmerzen ist schlimmer als Schmerzen selbst. 90 `%, aller Schmerzen und Unwohlsein resultieren aus Sorgen, Anspannung. Frustration. Angst, schlechter Ernährung, schlechtem Lebenswandel – sind also  selbst verursacht. Wer versucht, vorsichtig zu spielen. erhöht  die Chancen, sich noch mehr zu verletzen (Ein Baserunner, der  nicht bereit ist, zu  sliden, aber muß, wird  zu spät oder nicht richtig sliden). Sei Jäger und nicht der Gejagte, der Bulldog, die Ratte

Wer wirklich spielen und gewinnen will wird Schmerzen, wie jede andere Ablenkung in den entscheidenden Momenten nicht an sich ranlassen. Ein Mantra, das bei jeder Art von Ablenkung immer hilft ist “ist egal”….es ist egal, wie der gegner heißt, wie es Dir geht, wieviel Uhr es ist, wer auf der Tribüne sitzt, wie es steht usw usw usw

ad 5) Formtiefs („Slumps“) gehören zum Baseball und haben jeden Hitter schon heimgesucht, doch oft redet sich ein Spieler selbst tief in eine Slump rein. Ehrgeizige Spieler stellen hohe Ansprüche an sich selbst aber sehen auch den Unterschied zwischen einem schlechten At Bat und einem hart aber direkt auf den Mann geschlagenen Ball. Glück gehört ganz klar dazu: im Lauf einer Saison erhält man seinen Anteil an billigen Hits, der für die  geraubten Hits entschädigt. Stichwort: Quality At Bats  Die richtige Einschätzung der Qualität der eigenen At Bats ist der Weg aus einem Formtief.

Gründe für  schlechte At Bats, die Eigenleben entwickeln und sich zu Formtiefs (slumps) entwickeln:

a) Mangelnde Konzentration an der Platte: Der Batter konzentriert sich nicht darauf. den Ball zu sehen. Stattdessen  denkt er wahrscheinlich an mögliche Ergebnisse oder Statistiken. Thema Innere Ablenkung…es gibt soviele Möglichkeiten für innere Ablenkung

b) Mangelnde Herrschaft über die Strikezone: Der Batter versucht. Pitches zu schlagen, die er normalerweise durchlassen würde (er bekommt keinen guten Pitch zum Schlagen)

c) Übermotivation: Der Batter überschwingt (Der Versuch. jeden Ball über den Zaun zu hauen).

d) Keine Kontrolle der eigenen Emotionen: Emotionen lenken ab und verhindern das reibungslose Ablaufen aller für ein gutes At Bat notwendigen physischen und psychischen Maßnahmen.

13) Entspannung

­Formtiefs (Slumps) resultieren meist aus unnötigem Druck, den sich ein Spieler selbst aufgeladen hat. Angst, Sorgen und Nervosität  kreieren Anspannung; Die Folge sind Muskelverspannungen, was  zur Leistungsbeeinträchtigung führt. Um den Schläger zu schwingen oder ein Base zu stehlen müssen alle Muskeln entspannt sein, damit zu  100%  Bewegungsfreiheit besteht. Anspannung behindert die Muskeln.

Zuversicht, Selbstvertrauen und eine positive Einstellung machen einen entspannten Spieler aus. Ein unsicherer Spieler kann sich, wenn es gilt, nicht entspannen. Ein richtig eingestellter Spieler ist relaxed, wenn es gilt und deshalb in der Lage, die Herausforderung zu meistern.

WIE WERDE ICH ENTSPANNT, RUHIG, BESIEGE DIE INNEREN ABLENKUNGEN, WERDE CLEAR ?

Um die nötige Entspannung zu erreichen, um sich richtig auf das Duell „einzuzonen“, um alles andere auszublocken, helfen immer gleiche Rituale bzw. das Meistern der   Inneren Ruhe, was man beherrscht, indem man es schafft vom „Denk – in den Fühl Modus“ zu gelangen. Mehr dazu und entsprechende Übungen unter Mentale Drills und beim Thema Synergie. (weiter oben)  Jeder Spieler sollte seinen eigenen Ablauf an Bewegungen, Ritualen und Manierismen entwickeln, die bei jedem At Bat, auch im Training das mentale Einstellen begleiten und durch die Gewohnheit beruhigen. Warum? Fühl– und Attack Modus, nicht denken, was mit Ablenkung und damit mangelnder Konzentration gleich zu setzen ist.

Wie gesagt, das Gehirn ist ein Muskel. All das Aufgezählte kann und sollte trainiert werden.

Wie schon oft angesprochen, wird sich Anspannung und Nervosität mit ihren negativen Begleiterscheinungen, die in Ablenkungen verschiedener Art resultieren, immer wieder einschleichen. Dagegen ist niemand gefeit und es ist auch normal. Die Kunst ist es, Time zu callen, zurückzutreten, tief Luft zu holen (Das Breathe bei DCBA), den Kopf und den Körper wieder zu entspannen. Jetzt geht es wieder von vorne los.

Ein entspannter Hitter steuert das Timing seines At Bats selber. Ein unsicherer Spieler hat Angst vor Schlüssel-Situationen. Ein richtig eingestellter Spieler freut sich über Schlüssel-Situationen (jetzt kann er sich beweisen).

14) Die Kunst des Gewinnens —weil es Spaß macht

Wiederholung: You gotta fight for your right to party. Vergiss nie, warum wir gewinnen wollen, nämlich weil es so toll ist, weil es Spaß macht, das ist der Grund. Alles andere, wie z.B. gute Bezahlung, Ruhm und Ehre, Titel und Glanz und Gloria kommen als Konsequenz und können nie der Grund sein. Schritt für Schritt, Teilbereich für Teilbereich, manchmal wieder von vorne anfangen, die Route neu berechnen, all das führt am Ende zum Erfolg, zum Triumph, zum Sieg und wie. Warum? Weil´s geil ist. Was viele Leute nicht verstehen ist, dass all diese martialischen Ausdrücke über Dogfights und Bulldogs, Schildwall und Krieger usw. nur Teil des Spieles ist. Warum willst Du der Beste sein? Weil´s geil ist. Warum willst Du gewinnen? Weil´s geil ist. Wenn Du diese Gier nicht hast, trainiere sie Dir an denn es handelt es sich hierbei um eine Conditio sine qua no

Der Unterschied zwischen Gewinnern und Verlierern generell und eben auch am Schlag besteht darin, dass Gewinner die  folgenden Entscheidungen treffen:

a) Aus Situationen lernen, anstatt sich über sie zur beschweren.

b) Ständig an sich und der Situation arbeiten, anstatt Dinge nur hinzunehmen (siehe TAO).

c) Vorbereitet zu sein, anstatt nur anwesend zu sein. Zur Erinnerung: Wer dabei versagt, vorbereitet zu sein, ist darauf vorbereitet, zu versagen

d) Eher zu früh, als pünktlich kommen.

e) Konstant sein, anstelle von nur ab und zu. Konstanz, ein Grinder

f) Lernen wollen, anstatt zu erklären oder zu entschuldigen.

g) Lieber mehr tun, als gerade genug,

h) Mental stark sein und nicht faul.

i) sich darauf konzentrieren, was gerade anliegt, und nicht an Resultate denken. Der Weg ist wichtiger als das Resultat

j) Über Lösungen nachdenken. anstatt sich Sorgen über Probleme zu machen. (TAO)

k) Anfechtung und Herausforderungen akzeptieren. Jäger, nicht Gejagter

l) Mit anderen teilen und ihnen helfen. anstatt nur an sich selbst zudenken. Sei der beste Teammate/Schildwallkrieger, der Du sein kannst. Es ist in Deinem Interesse, dass sich Deine Mitspieler wohl fühlen

m) Positiv denken und agieren, anstatt negativ. Denke an die Dualität, die Synergie

n) Probleme abarbeiten, anstatt um sie herumzugehen. Du bist ein Grinder, ein Bulldog, ein 6th Tool Spieler

o)  Denke an den Tao, DU bist der Regisseur und Hauptdarsteller des Filmes, der Dein Leben, Deine Karriere ist. Erkenne die eigenen Fehler, die anderen sind nie Schuld und wenn dann kannst Du nichts daran ändern, es darf Dich nicht belasten.

p) Von Fehlern lernen.

q) Zuhören anstatt reden.

Folgende Denkschemen unterscheiden Gewinner (gute Hitter) von Verlierern (schlechte Hitter)

Verlierer:       Ich kann nicht – ich muß – ich hoffe, das heißt er ist nicht im Jetzt, sondern in der Vergangenheit oder Zukunft

Gewinner:      Ich kann – ich will – bring it – Ball zu mir – ich bin ready

Verlierer:       Wie kann man mir erwarten, daß ich bei dem Wetter spiele? Es ist nicht meine Schuld!

Gewinner:      Ich werde mich an das Wetter gewöhnen.  Ich habe schon bei schlimmeren Wetter gespielt.

Verlierer:       Nichts klappt heute; Ich hab’s einfach nicht; Ein schlechter Tag.

Gewinner:      Ich weiß, was ich bei meinem letzten At Bat falsch gemacht habe; Das nächste Mal wird es gut. (Synergie)

Verlierer:       Ich hasse kritische Situationen. Ich hoffe, daß ich es nicht vergeige; Ich kann’s nicht.

Gewinner:      Ich liebe es. Das ist es, worum es geht. Laß mich derjenige sein, der es klar macht.

Verlierer:       Der Pitcher ist zu stark für mich.

Gewinner:      Er ist stark, aber ich bin vorbereitet. Ich weiß, was ich tun kann und wie. Bring it, ich schlage Raketen, ich bin der Beste

15) Am Schlag (Checkliste)

lm “On Deck Circle” oder auch „in the hole“:

1) Analysiere die Situation: Runs / Aus / Läufer.

2) Entspanne dich; gelöste Muskeln.

3) Studiere den Pitcher: Wann und wo läßt er den Ball los?

4) Was ist der Hitting Plan ?  Der Hitting Plan bestimmt, welche Art Pitch Du mit weniger als zwei Strikes gegen Dich attackieren möchtest und welchen Du zunächst durchlässt. Das hängt davon ab, welchen Pitch der Pitcher normalerweise in welcher Situation, am heutigen Tag, gegen Dich oder generell einsetzt. Falls ein Pitcher hauptsächlich Kurven wirft, kann es sich als nicht so smart erweisen, auf Fastballs zu warten. Was ist der „out pitch“ des Gegners? Was wirft er normalerweise in Strike Out Chancen?

4) Schaue dir genau die Rotation des Balles an. Sehe die Nähte!

5) Trainingsschwünge – Stelle das Timing ein.

Bevor Du in die Batter´s Box trittst:

1)Allgemeine Situation – Wo sind die Infielder/Läufer?

2) Ziel zum Beispiel bei Runner am zweiten Base – Warte für den outside pitch und schlage den Ball nach rechts (für RH).

3) Visualisiere, wie du es richtig machst, sehe wie der Sweet Spot den Ball trifft;  hole tief Atem.

In der Batter s Box:

1) Gehe in die Box und lasse Deine Schlagroutine ablaufen (siehe auch mentale Drills, Hard/Soft Focus und Mantra), die zur Power Position führt

2) Konzentriere dich auf den Ball. Sehe ihn in der Hand des Pitchers. Lass Deinen Hitting Plan einwirken

3) Verfolge den Ball, bis er die Hand verlässt. Verfolge seine Rotation.

4) Verfolge den Ball bis in die Hitting Zone, auch nach dem Kontakt – sehe, wo

das Bat den Ball trifft und nicht wohin der Ball geht.

Wenn du in der Batter´s  Box abgelenkt wirst:

1) Gehe raus.

2) Hole tief Atem. entspanne deine Muskeln.

3) Visualisiere den nächsten Pitch, sehe wie du ihn hart schlägst

4) Gehe wieder in die Batter`s Box.

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