U15 Weltmeisterschaft Merida Mexiko 2026
Am Mittwoch war es dann endlich soweit. Das große Highlight im Baseballjahr 2026 stand an. Leider etwas unpünktlich starteten wir unsere Reise Richtung Cancun, Mexiko. Nach langen 12 Stunden Flug, Landung in Cancun und weiteren 5 Stunden Bustransfer nach Merida kamen wir sicher aber müde in unserem Hotel an. Am Freitag stand bereits unser erstes Spiel gegen den Gastgeber auf dem Programm. Am Donnerstag hatten wir dann die Möglichkeit das Stadion kennenzulernen bei unserer ersten Trainingseinheit im Komplex der Yucatan Leones. Es kam natürlich richtiges Big League Feeling auf. Ein riesen Stadion, mit enormen Jumbotrons und professioneller Infrastruktur im Herzen der 750.000 Einwohnerstadt Merida. So konnten wir uns bei der Hitze schon einmal ein wenig akklimatisieren. Leider mussten wir feststellen, dass die Organisation ein wenig holprig scheint. Anders als bei vergangenen WMs scheinen die Verantwortlichen hier ein wenig überfordert zu sein. Essenszeiten, Abholung und Einhaltung des vorgegebenen Schedules ist im Moment eher suboptimal aber man versprach uns Besserung. Trotzdem ist das ja nicht das Main Thing, sondern die Spiele der Vorrunde möglichst mit einem guten Eindruck und dem ein oder anderen Sieg zu gestalten.
Spiel I gegen Mexiko – 2:5 Niederlage zum Auftakt
Vor dem ersten Spiel gegen Mexiko gab es natürlich einige Mental Talks und Yoga Sessions mit Wencke. Dann der Auftakt gegen den Gastgeber. Leider regnete an diesem Tag ein wenig und alles wurde ein wenig hektisch. Dennoch konnten wir das Spiel bestreiten. Vor circa 2.000 Zuschauern eröffneten wir die WM 2026 also gegen die Mexikaner. Robin Meermeyer sollte die Latinos mit seinem Offspeed so lange es geht in Schach halten, sah sich aber direkt im ersten Inning einer Bases Loaded Situation gegenüber. Wir konnten die Nerven behalten und kamen schadlos aus dem Inning. Wir schafften es ebenso gleich im ersten Inning die Bases zu laden. Bei keinem Aus strandeten aber alle Läufer auf den Bases (drei Strikeouts in Folge) und wir verpassten es die Mexikaner frühzeitig unter Druck zu setzen. Als klarer Außenseiter war uns bewusst, dass wir jede Chance nutzen müssen, um hier eine Chance zu haben. Lange hielten wir dagegen, entschärften einige Situationen mit solider Defense und hielten die Hitter Off Balance. Dann schenkten wir leider ein wenig das Momentum ab. Ein missglückter Pickoff Versuch und ein anschliessender Wurf vom Centerfielder über Freund und Feind leiteten den 0:2 Rückstand ein. Mexiko konnte aber nie wirklich klar davonziehen. Bei uns war es ein Mix aus sehr konzentrierten und eher nervösen At Bats. Uns fehlte das ein oder andere Mal der Killer Instinkt und der Clutch Hit. Zwischendurch kamen wir auf 2:4 heran, machten die Zuschauer und auch di Mexikaner nervös und hätten durchaus das Spiel drehen können. Trotz 17 Strikeouts in 7 Innings hatten wir die Chance die Mexikaner zu schlagen. Jon Düsing, Samuel Schäfer und Felipe Morales, die nach Robin Meermeyer als Reliefer auf dem Mound standen hielten uns im Spiel. Wie gesagt es fehlte der Clutch Hit, die letzten 5% und der letzte Wille hier für die Sensation zu sorgen. Am Ende brachten die Gastgeber natürlich noch eines Ihrer Asse, um uns kurz zu halten. Ein Linkshänder der 90MPH wirft ist natürlich in der Altersklasse etwas, was unsere Jungs selten zu sehen bekommen. Am Ende stand eine 5:2 Niederlage. Wir landeten drei Hits, Mexiko lediglich 5 aber unsere vier Errors gepaart mit den fehlenden Clutch Hits sorgten letztendlich für dieses Ergebnis. Nach dem Spiel gab es dennoch viel Lob von allen Seiten. Die Alemanes haben sich teuer verkauft und einen guten Eindruck in der Baseball Nation Mexiko hinterlassen. Viele Fans wollten Fotos, Autogramme und uns für die Leistung gratulieren. Das fühlt sich natürlich gut an, ist aber wie immer nur eine Momentaufnahme, denn am nächsten Tag wartete Japan, die Nummer 1 der Welt und da sollte sich leider das Gegenteil beweisen.
Spiel II gegen Japan – 0:10 Niederlage chancenlos gegen den Weltmeister
Nach dem ersten Spiel sind wir also angekommen, wissen wie es sich anfühlt, haben über den Vortag gesprochen und gingen motiviert in das Spiel gegen die Übermacht Japan. Natürlich wussten wir im Vorfeld, dass es gegen die Nummer 1 der Welt eine A+ Leistung erfordert, um überhaupt mitspielen zu können. Leider konnten wir diese nicht ansatzweise abrufen. Leo Rosenberger startete shakey groovte sich aber immer mehr ins Spiel und das trotz eines schmerzhaftem Unfalls. Bei einem Caught Stealing Versuch von Catcher Tino Bieth rutschte ihm der Ball aus und traf Leo am Hinterkopf. Das Spiel wurde einige Zeit unterbrochen. Nach intensivem medizinischen Check und viel Eis, konnte und wollte Rosenberger aber weitermachen. Japan spielte nicht spektakulär aber äußerst effektiv. Im absoluten Angriffsmodus ließen die Asiaten nicht eine Sekunde locker. So zermürbten sie uns von Minute zu Minute mehr und mehr. Hinzu kam unsere leider sehr schwache Defense, die insgesamt 6 Errors fabrizierte. Um gegen Japan bestehen zu können, kann man so wie gesagt nicht agieren. Wir sind aber auch realistisch. Selbst bei einer tadellosen Leistung ist es sehr sehr schwer gegen dieses Defensivbollwerk anzukommen. So richtig offensiv zerstört wurden wir aber auch nicht. Wir haben uns das Leben selbst schwer gemacht. So bleibt die Erkenntnis, dass eine solche Baseballmacht wie Japan doch noch weit entfernt von uns ist. Durch Ihre Art niemals jemanden zu unterschätzen und egal gegen wen 100% zu geben strahlen sie von Anfang an absolute Souveränität aus, die auch unseren Jungs deutlich zu schaffen machte. Klar kann man gegen Japan 10:0 verlieren. Die Art und Weise, wie das Ganze zu Stande gekommen ist, die vielen Errors, der fehlende Widerstand ist das, was wir am Abend den Jungs als kleine Kritik und als Learning mit auf den Weg gegeben haben.
Heute wartet die Dominikanische Republik auf unseren U15 Schildwall. Die Baseball Mentalität in der Karibik ist eine komplett andere. Diese Jungs neigen dazu kleinere Nationen zu unterschätzen und das müssen wir zu unserem Vorteil nutzen. Die Dominikaner haben gestern eine knappe Niederlage gegen Mexiko einstecken müssen, stehen dementsprechend unter Druck. In der Vergangenheit haben wir zum Beispiel mit der U18 gezeigt, dass wir diese Nation schlagen können, wenn wir unser Spiel spielen. Wir müssen sie zermürben, im Jägermodus agieren und dürfen zu keiner Zeit Verwundbarkeit zeigen. Wenn wir es schaffen lange genug das Spiel offen zu halten, machen wir die stolzen Dominikaner nervös, sie fangen an zu lamentieren und lassen sich schnell hängen. Das muss unser Plan sein. Damit wir diesen auch umsetzen können bedarf es aber einer Steigerung in der Defense und auch Offensiv müssen wir konzentrierter und Aggressiver agieren. Körperlich ist die Überlegenheit der Dominikaner deutlich, wir können sie nur mit unserer mentalen Stärke schlagen. Wir sind gespannt und ready.
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